h i s t o r i s c h e s
1843 ca. 1880 1892 1908 1929 1935 1958 1974 1985
1999                

 

1843 - Verkündigungsblatt FF Bezirksamt neustadt

 
Das Verkündigungsblatt für das Großherzogliche Bezirksamt Bonndorf und für die Fürstlich Fürstenbergischen Bezirksämter Neustadt und Stühlingen vom 24. Februar 1843 enthielt zwei Anzeigen Neustädter Gastwirtschaften, die zu Fasnetveranstaltungen einluden.


ca. 1880 - Fasnet am latschariplatz

 

Das älteste Bild der Neustädter Fasnet entstand in den 80er Jahren des vorvorigen Jahrhunderts. Es zeigt eine Szene au dem "Latschariplatz" mit dem Gasthaus Löwen im Hintergrund. Der mit Zylinderhut bekleidete Mann in der Mitte ist Max Engelsmann, links neben ihm, mit Korb und langen Haaren, steht der Buchbinder Emil Scheiner.

 

1892 - Zum fasching

 

Wenn alle Welt treibt Narretei'n,

will Schellekappen tragen,

was sollt' denn ich nicht närrisch sein,

in diesen Fastnachtstagen?

Was sollt ich mich maskieren nicht,

gar zimperlich mich schämen,

um zu verhüllen mein Gesicht,

die Larve vorzunehmen?

   

Geh'n doch beinah' die Menschen all

das ganze Jahr maskiert,

s'wird nicht nur auf dem Maskenball

auch sonst viel intrigiert?

Sollt' ich nicht heut noch närrisch sein,

wenn alles toll auf Erden ?

Denn fällt der Aschermittwoch ein,

da heißts: Vernünftig werden.

   

Doch fürcht ich, daß die Narrenzunft

still weiter vegetiere,

daß in der Welt die Unvernunft

auch ferner fortregiere.

Ich hoffe, daß kein Kriminal

mich darum wird verklagen,

das Recht ja hat Prinz Karneval

die Wahrheit frei zu sagen.

   

Wozu im Ernst hat Keiner 's Herz

aus Furcht wo anzustoßen,

das sagt er leicht im Faschingsscherz,

und schmerzt es auch die Großen.

Das Sprichwort sagt und das ist wahr,

die Wahrheit sagen Kinder,

doch manchmal wird sie offenbar,

durch Narren auch nicht minder.

   

An ihren Höfen meistens d'rum

auch kluge Narren waren.

Durch sie könnt', war der Fürst nicht dumm,

die Wahrheit er erfahren.

Doch ganz verkehrt ist heut die Welt

denn ach, in unsern Tagen,

man die für rechte Narren hält,

die frei die Wahrheit sagen.

   
von L. D. (mehr vom Verfasser nicht bekannt)

 

1908 - Einladung Kinderball adler post

 

 
Einladung zum Kinderball am 2. März 1908 in de Adler-Post.

 

1929 - Prinz Karneval

 

 
Als Prinz Karneval schwingt Reallehrer Hiemenz das Narrenzepter.

 

1935 - Rosenmontag

 

Auszug aus der Chronik von Pfarrer Walter Göbel (1951):
"Am Rosenmontag 1935 sollten zehn Mitglieder der Stadtmusik wegen schwerer Verbrechen hingerichtet werden. Es löste sich aber alles in Wohlgefallen auf, sogar der grimmige Staatsanwalt Anton Kirner entpuppte sich als ein sehr lustiger Geselle im Fastnachttreiben, bei dem schon damals der Narrenvater Wiehl eine große Rolle spielte."
 

1958 - NeBüBa + FC Neustadt Rosenmontagsumzug

 

 
Der erste Neustädter Bürgerball "NeBüBa" nach dem Krieg wurde 1958 im Neustädter Hof gefeiert. Das Bild zeigt vorne (v.l.) die Altnarrenräte Karl Wiehl, Erns Glöckler, Karl Spiegelhalder und Fritz Kößler, dahinter Narrenpolizist Josef Baumgartner und die Narrenräte Arnold Schröder, August Paul, Wilfried Isele, Franz Weber und Arnold Fehrenbah. In der oberen Reihe: Albert Eckmann, Erich Hartfelder, Severin Laule, Fritz Meier, Helmut Mettmann und Erich Streitberger.
 
Rudolf Steimer und Franz Brunner (re.) vom FC Neustadt beim Rosenmontagsumzug am 17.2.1958.


1974 - 100 Jahre Narrenzunft Neustadt Narrhalla e.v. 1874

Hier können Sie die damals erschienene Chronik lesen. 100 Jahre NZ .....
 


1985 - Wie die Narrhalla ihre Jubiläumsfeiern gestaltet

(Auszug aus der Festzeitschrift 111 Jahre NZ Neustadt)
111 Jahre Neustädter Narrenzunft. Ein Anlaß, den richtigen Narren würdig zu feiern wissen. Vom 18. bis 20. Januar 1985 feiert die Zunft das Ereignis. Die Jubiläumsfeiern beginnen am 18. Januar mit einem ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken der Freunde und Wohltäter der Neustädter Fasnet im Münster und werden mit einem Jubiläums-Bankett mit Neustädter Vereinen fortgesetzt.Am 19. Januar folgen das Aufstellen des Narrenbaums am Rathaus, ein Sternmarsch und die Eröffnung der Freinacht, begleitet von einem großen Brauchtumsabend. Mit einem Zunftmeisterempfang und einem großen Umzug durch die Wälderstadt endet am 20. Januar das Narrenfest.Jubiläen verstand die Narrhalla stets würdig zu begehen. Zum 50jährigen Bestehen der 1898 gegründeten „Narrhalla" hielt der damalige Stadtarchivar Walter Goebel einen Vortrag über fasnächtliche Bräuche. 1964, inzwischen hatten die Chronisten herausgefunden, daß die organisierte Fasnacht in Neustadt schon 1874 begonnen hatte, feierten die Narren das 90jährige. Der große Jubiläums-Zunftabend im „Neustädter Hof" war ein großer Erfolg. Am Tag darauf sah Neustadt einen Umzug mit 24 Zünften und 800 Maskenträgern, elf Musikkapellen, vier Spielmannszügen und acht Wagen.Ein unvergeßliches Ereignis wurde indes das Hundertjährige, das die Narrhalla 1974 in großem Stil feierte. Schon die Jahreshauptversammlung der Zunft am 11.11.1973 ließ erahnen, in welch großem Rahmen die Narrhalla das Jubiläum feiern wollte. Narrenvater Arnold l verkündete das Motto der Jubiläums-Fasnet: „Mit 100 län mer uns it lumpe". Im vollbesetzen Saal des „Neustädter Hofs" überbrachten viele Neustädter Vereine der festenden „Narrhalla" die Glückwünsche.Das eigentliche Jubiläumsfest der Narrhalla fand vom 3. bis 4. Feburar 1974 statt. Nach dem Setzen des Narrenbaumes und der Proklamation der Fasnet folgte der große Jubiläumsabend und am nächsten Tag der Empfang für die in Neustadt zu Gast weilenden Zünfte. Höhepunkt der närrischen Feierlich­keiten war zweifellos der große Maskenumzug durch die Straßen der alten Wälderstadt. 10000 Zuschauer sahen den Umzug. Bleibt noch zu erwähnen, daß am Jubiläumstag ausgerechnet noch ein internationales Ski­springen auf der Hochfirstschanze stattfand. Beide Veranstaltungen wurden jedoch von den Organisatoren zeitlich aufeinander abgestimmt. Und so kamen Narren und Freunde des Skisports gleichermaßen auf ihre Kosten.
Narrenrat im Jahre 1985
Hinten v.l.: Werner Ketterer, Emil Bausch, Peter Duttlinger, Erich Hartfelder (Zeremonienmeister), Horst Konrad, Anton Weisser; vorne v.l.: Manfred Wolf (Säckelmeister), Petra Heilbock (Schriftführerin), Werner Hirt (Oberzunftmeister), Franz Götz.
 
1999 - 125 Jahre Narrenzunft Neustadt -flyer-
Flyer Jubiläum 1999 - 125 Jahr NZ